Auf den Spuren der Moorpioniere

Jahrhunderte hinterließen Menschen Spuren im Moor. Sie weisen auf Siedlungssysteme mit Gehöften, Dörfern, befestigten Hauptorten und Burgen hin.Auf abgeflammten MooÜberrflächen wurde Buchweizen geerntet und Schafe hielten die nachwachsenden Sträucher und die Heide kurz. Gleichzeitig dienten die Tiere den Menschen als Woll-, Fell- und Fleischlieferanten.Das Moor diente den Menschen darüber hinaus zur Gewinnung vonTorfals Brennmaterial und Salzgewinnung..

Ackerbauern und Viehzüchter

Mit der Erfindung der Landwirtschaft kam es zu der entscheidenden Veränderung in der gesamten Geschichte des Menschen überhaupt. Mit dem Anbau von Getreide konnte er nun planen, sein Leben steuern; er legte Vorräte an, war an den Ort der Äcker und der Vorratshaltung gebunden, musste nicht stets seine Lager wechseln, sondern konnte feste Siedlungen bauen; der Mensch wurde sesshaft.

Bis ins Mittelalter wurden dabei Moorgebiete meist nur in den Randgebieten landwirtschaftlich genutzt und Torf nur für den Eigenbedarf abgebaut.

Diese umfassende Umstellung der Lebensweise  hatte natürlich auch gewichtige Konsequenzen in der gesamten Kultur: mit dem Pflanzenanbau war die Entwicklung zahlreicher neuer Werkzeuge verbunden, mit der festen Siedlungsweise entstanden neue Technologien für den Hausbau, und schließlich wurden jetzt auch feste Gefäße aus Keramik hergestellt.

Salzsiederei im Mittelalter

Salzsieder Denkmal in Bad Salzuflen
Salzsieder Denkmal in Bad Salzuflen

Im mittelalterlichen Deutschland wurde der Salzbedarf weitgehend durch heimische Salinen gedeckt. Man gewann das Salz durch Eindampfen der Sole an der Sonne oder Sieden. Die Siedepfannen wurden dabei durch ein Torffeuer erhitzt um das Wasser zu verdampfen, übrig blieb das „weiße Gold“.

Der östliche Teil Norddeutschlands wurde von den Salinen in Lüneburg, Greifswald und Sülze beliefert. Mitteldeutschland bezog das wertvolle Gut aus Halle, Frankenhausen, Salzungen, Staßfurt.

Die Saline Reichenhall deckte vor allem den Bedarf des Herzogtums Bayern.

Friesensalz

Im 10. Jahrhundert fand ein Friese heraus, dass sich im Torf des Marschlandes vor den heutigen Halligen Salz angesammelt hatte. Daraufhin fing man an den Torf zu stechen und errichtete sogenannte Salzsiederwarften.  Der getrocknete Torf  wurde dort verbrannt, bis salzhaltige Asche zurück blieb. Diese wiederum wurde mit Wasser ausgewaschen und erneut zum Sieden gebracht, um letztendlich feinkörniges Meersalz zu erhalten.

Die geschilderte Art der Salzgewinnung haben die Friesen an der gesamten Nordseeküste, also von Belgien bis Jütland in einem Zeitraum von der Römerzeit bis ins 17.Jh. betrieben. Das Salz war neben Bernstein das wichtigste Handelsgut der Friesen. Das, was sie nicht selbst zum Konservieren oder würzen ihrer Lebensmittel brauchten, wurde bis ins Rheinland verkauft.

Zu der Zeit waren die Friesen ein freies und reiches Volk, welches sich durch so manche Besonderheit auszeichnete. So hatten sie kein Feudalsystem sondern gewählte Häuptlinge und mit den Küren schon so eine Art Grundgesetzt, welches auch sehr stark die Rechte der Frauen schützte. Der Reichtum war so groß, dass man die Kleider der Frauen mit Goldplättchen schmücken konnte. Eine solche Tracht ist heute noch im Heimatmuseum in der Windmühle in Esens zu sehen

Eisengewinnung im Altertum und frühen Mittelalter

Eisen wurde lange Zeit fast nur aus Rasenerz oder Sumpferz gewonnen, sogenannten sekundären Erzlagern. Rasen- und Sumpferz findet sich in Gegenden mit stark eisenhaltigen Böden („rote Erde"). Es lagert sich in stark humosen, moorigen bis anmoorigen Flächen in der „Ortsteinschicht" in ca. 30-40 cm Tiefe und konnte sehr einfach abgebaut werden.

Der Nachteil war allerdings, dass diese Erze sehr „mager" sind, nach heutigen Begriffen sind sie nicht abbauwürdig. Verhüttet wurde bis in die Neuzeit ausschließlich mit Holzkohle. Daraus ergeben sich die typischen Merkmale der „alten Eisengegenden": mäßig hohe, stark bewaldete Gebirge, sumpfige Täler und „rote Erde".

Die Verhüttung geschah zur Zeit der Kelten, Germanen und Wikinger in Rennöfen. Eisenerzverhüttung und Eisenverarbeitung machte die bäuerlichen Kulturen unabhängig von den bisherigen Rohstoffen, die eingeführt werden mussten: - Bronze und Zinn -. Eisenerz stand besonders im Flachland in Form des Raseneisenerzes, in ausreichender Menge zur Verfügung. Zu einer umfangreichen Nutzung des neuen Materials kommt es im nördlichen Mitteleuropa um 400 vor Chr.

Die früheste eisenzeitliche Kultur im nördlichen Mitteleuropa, in Jütland und auf den dänischen Inseln ist die Jastorf-Kultur (benannt nach einem Friedhof bei Jastorf, Ldkr. Uelzen). Die Träger dieser Kultur waren germanischen Stämme. Antike Überlieferung erwähnt die "Germanen" zum ersten Mal im 2. Jahrhundert v. Chr. Griechen und Römer hatten gelernt, sie von Kelten und Skythen zu unterscheiden.