Kloster Rastede

Vom Kloster zum Schloss: >>
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Die Gründung des Benediktiner-Klosters geht auf das Jahr 1091 zurück. Als Gründungsstifter gelten Graf Huno und seine Frau Willna. Beide wollten sich mit der Gründung des Klosters ein geistliches Denkmal setzen. Das Kloster wurde mit reichlich Besitztümern ausgestattet. So besaß das Konvent bald Siedlungen und Einzelhöfe in und um Rastede, im Ammerland, in Rüstringen, östlich der Weser bis Bardowick und Lüneburg, sowie im Gebiet um Syke bei Bremen. Zusätzlich kamen von Friedrich (verzeichnet auf einer Papsturkunde von 1124) westfälischer Besitz in Soest, Lüdenscheid, Iserlohn und Arnsberg dazu. Durch die Zahlung der Zehnts der Leibeigenen Bauern und die daraus resultierende materielle Unabhängigkeit der Mönche wurde das Kloster Rastede schnell zu einem geistigen Zentrum der Region.

Im 12. Jahrhundert fiel die Schutz- und Verfügungsgewalt durch verwandtschaftliche Beziehungen an die Egilmaringen. Engilmar oder Eilmar, ist der erste gesicherte Ahnherr des heute noch existierenden Hauses Oldenburg. Dieses sah die Vogtei über ihr neues"Hauskloster" als willkommenes Mittel zur Erweiterung des eigenen Machtbereiches; nicht immer mit positiven Folgen für die Mönche.

Da die Belastung der Bauern Ende des 13. Jahrhundert sehr groß wurde, sahen sich viele Bauern gezwungen aus dem Herrschaftsgebiet auszuwandern. 

Kriegerische Handlungen, zum Beispiel die Schlacht bei Altenesch in Stedingen, sorgten für Einkommensverluste und Verluste von Menschenleben bei den Bauern.


Einzelhöfe und Siedlungen in und um Rastede

Gut Buttel.
Gut Buttel.

Gut Buttel. Der Einzelhof gehörte um 1300 zu den Liegenschaften des Kloster Rastede; später waren die Knappen Bardewisch die Herren von Buttel, bis sie es 1483 an den Knappen Friedrich von Reken auf Gut Loy verkauften. 1519 wurde der Hof „thom Buttel“ an den Oldenburger Grafen Johann abgetreten. Die den leibeigenen Hof bewirtschaftenden Bauern wurden „zum Buttel“ genannt.

Am Rand des Eschrücken liegt unter anderem die alte Siedlung Ipwege. Die ältesten Häuser Ipweges sind der Hillenhof, der Janssenhof und der Röbenhof. Am Esch und an den später kultivierten Ländereien hatte jeder den gleichen Anteil. Alle drei Ipweger Höfe betrieben ab dem 19. Jahrhundert eine Branntweinbrennerei. Der Besitzer des Janßenhofes war Junkermeier; die beiden anderen Höfe waren bereits 1478 leibeigner Besitz des Grafen von Oldenburg. Alle drei Höfe bestehen heute noch.

Nach der Dänenzeit (1667-1773) wurden in Ipwege 29 Köterhöfe (Kleinbauern) gegründet. Die Köter waren zum großen Teil abgehende, nicht erbende Söhne der Hausleute.

In Ipwege hat sich die Familie Röben am stärksten verbreitet, vier Kötereien wurden von ihr begründet. In der Anfangszeit standen die Köter zunächst nur sehr ärmlich dar. Durch die Gemeinheitsteilung 1805 erhielt jeder Köter in Wahnbek und Ipwege 10 Jück (ca. 5 ha) dazu. Durch Zukauf umfasste somit eine normal entwickelte Köterstelle später etwa 20 ha.


Einfluss und Besitzverhältnisse in Moorriem

Hofstellen wurden auf künstlich aufgeschütteten Wurten bis zu 1m Höhe angelegt
Hofstellen wurden auf künstlich aufgeschütteten Wurten bis zu 1m Höhe angelegt

Moorriem mit seinen heute „13 Fachwerkdörfern“ liegt zwischen den Hochufern von Weser und Hunte und den Geestrandmooren von Ipwege. Bodenfunde bei Gellenerdeich belegen, dass es im Mooriemer Gebiet bereits um 2000 v. Chr. Viehwirtschaft betreibende Bauern gab, die ihre Siedlungen aber am Ende der Jungsteinzeit wegen zunehmend unwirtlicher werdenden Bodenverhältnissen wieder aufgeben mussten.

Als Kaiser Heinrich IV. Stedingen 1062 dem Erzbischof Adalbert von Bremen schenkte, begann die planmäßige Kolonisation Moorriems. Das Land wurde in parallele Hufenstreifen aufgeteilt und im Auftrag des Erzbischofs von Bremen an Siedler verkauft.  Jede Bau (eine Hofstelle und ihr Land)) hatte Anteil an der Marsch, am Sietland und am Moor (typische Moorreihensiedlung).

Um das Moor urbar zu machen, waren in dem von der Tide beeinflussten Gebiet zunächst Deich- und Sielbauten erforderlich. Diese wurden nach holländischem Vorbild von Fachkräften aus Holland und Flandern durchgeführt. Auf dem höher gelegenen Rand des Ipweger Moores errichteten die Siedler dicht nebeneinander ihre Gebäude, von hier aus arbeiteten sie sich immer weiter ins Moor vor.

Die Kolonisten wurden Eigentümer und waren nur der Kirche abgabepflichtig. Die Bauernhöfe sind meist niederdeutsche Hallenhäuser mit Fachwerk und Reetdach. Repräsentative Zeichen für Wohlstand ‚auf dem Moor’. Viele dieser Häuser stehen heute unter Denkmalschutz.


Einfluss und Besitzverhältnisse in Rüstringen

Willehad  Bischof von Bremen.
Willehad Bischof von Bremen.

Rüstringen wurde in einer fränkischen Urkunde aus dem Jahre 787 bei der Aufzählung der Gaue genannt, in denen Willehad Mission treiben sollte. Willehad war in Friesland und im Gebiet der Sachsen aktiv und wurde der erste Bischof von Bremen.

Ob Huno wirklich Grafenrechte in Rüstringen besaß, mag man bezweifeln, jedenfalls war er ein Adeliger mit umfangreichem Besitz im östlichen Friesland und in anderen Teilen Sachsens, die er zum Teil dem Kloster Rastede übertrug. Wahrscheinlich gehörte er zu den Getreuen des Grafen von Stade, hierfür spricht auch die Umwandlung des Kanonissenstifts Rastede in ein Benediktinerkloster um die Wende zum 12. Jahrhundert, eine Orientierung am Kloster Harsefeld im Stader Machtbereich und an der Hirsauer Klosterreformbewegung und damit ein gemeinsamer Schachzug gegen den Einfluss des Bremer Erzbischofs. Viel wichtiger als der Erzbischof wurden  die Vögte für das Kloster,  die Vogtei aber wurde offenbar vom Klostergründer Huno an den Grafen Egilmar übertragen.